St. Kilian, der Namenspatron der Kirche

Obwohl die älteste Geschichtsquelle dieser Kirche, die Pegauer Annalen, das Patronat des Kilian nicht erwähnt, gibt es nur für die früheste Zeit der Kirche einen handfesten Grund, sie nach St. Kilian zu benennen: Die ersten Mönche Pegaus, 1091 aus Schwarzach bei Würzburg kommend, und die fränkischen Siedler, die ab 1104 bei Lausick das Land rodeten und besiedelten, haben ihren Schutzheiligen aus dem Würzburger Raum mitgebracht. Nur in dieser Zeit hat es eine enge historische Beziehung Lausicks zu dem Würzburger Raum gegeben. Das in Sachsen einmalige Patrozinium des Kilian erklärt sich historisch am besten mit der Gründungs- und Bauzeit der Kirche um 1105.

Wer war nun St. Kilian? Über ihn ist sehr wenig bekannt: „Der irische Bischof Kilian predigte mit wenigstens zwei Gefährten in Würzburg das Evangelium und zusammen mit ihnen wurde er wegen seiner Lehre um das Jahr 689 ermordet. (Kilian, Bd. II, S. 10) – so kurz ist das als gesichert Erscheinende zusammenzufassen. Alles weitere über den irischen Mönch und Wandermissionar des 7. Jahrhunderts bleibt Mutmaßung. Um 752 wurden die Gebeine Kilians und seiner Gefährten aus dem Grab erhoben und zu Patronen des Bistums Würzburg gemacht. Seitdem wurde seine Legende erzählt und schließlich um 840 in der „Passio sancti Kiliai“(Passio minor) zusammengefasst, die sein Schicksal in eine dramatische Erzählung fasste und einige Zeit Später in der umfangreicheren „Passio maior“ erweitert wurde. In Kürze erzählt, hat die Kilianslegende folgenden Inhalt:

 

 

Die Spitze der Kilianskirche überspannt mit einem Regenbogen

© KG Bad Lausick

Nach dem Regen kommt die Sonne

Der Ire Killena – auch Kilian genannt- ein Mann von hohem Ansehen und bereits in seiner heimat Bischof geworden, habe mit elf Gefährten seine Heimat verlassen, um Christus nachzufolgen. Auf dem Festland kam die Schar zu einer Siedlung ,Wirciburc` genannt. Da ihnen der Ort und die Bewohner gefielen, seien sie nach Rom aufgebrochen, um vom Papas die Vollmacht zur Verkündigung der christlichen Botschaft an das noch heidnische Volk einzuholen. Kilian sei mit Kolonat und Totnan nach Würzburg zurückgekehrt. Ihre Predigt sei so erfolgreich gewesen, dass sich der Herzog Gozbert mit seinem ganzen Volk habe taufen lassen. Als aber Kilian den Herzog gemahnt habe, dass er nicht länger mit seiner Gemahlin Geilana ehelich leben dürfe – denn es sei ihm nicht erlaubt, die Frau seines Bruders zur Frau zu haben – sei die Herzogin in Zorn entbrannt und habe überlegt, wie sie den Heiligen vernichten könnte. Auf Befehl Geilanas habe der Henker bei Nachtzeit Kilian und seine Gefährten enthauptet, ihre Leichname, aber auch ihre priesterliche Kleidung , Kreuz, Evangelienbuch und sakrale Gefäße seien noch in der Nacht heimlich verscharrt worden. Eine Frau namens Burgunda habe die Geschehnisse gesehen und sie erzählt. Herzog Gozbert forschte nach Kilian. Vor seinen Augen habe sich der Mörder selbst zerfleischt, Geilana sei vom ,Bösen Geist` gequält gestorben, den Herzog hätten seine Knechte erschlagen, und seinen Sohn aus dem Lande gejagt. Am Grab der Märtyrer hätten sich viele Wunder ereignet. Deshalb seien die Gebeine auf Veranlassung des Erzbischofs Bonifatius, während der Regierung König Pippins, von Burkhard, dem ersten Bischof von Würzburg, erhoben worden. Das Grab mit den Gebeinen Kilians und seiner Gefährten befindet sich bis heute in Würzburg. (nach Kilian, Bd. I, S. 32)